Freitag, 3. Juni 2016

Heiligstes Herz, Kirche, Liebe, Mann und Frau

Diese Tage stieß ich, nolens volens, mehrfach auf das Thema von der christlichen Ehe und Familie. Zuallererst waren das die Konzilsdiskussionen um die Schemata zu Gaudium et Spes, gewissermaßen Amoris laetitiae 1.0, die bereits vorzeichneten, was da noch auf uns zukommen sollte. Die heillose Fortschrittsfrömmigkeit auf der einen Seite, gepaart mit einer kuriosen Mischung aus hedonistischem Optimismus, der Sorge um das rein irdische Glück der Familien unter falschesten Prämissen, sowie der protestantisch-jansenistischen Vorstellung, welche sich am besten mit der Umkehrung der Worte Augustins beschreiben ließe: Gott befiehlt das Unmögliche. 
In Bälde will ich mehr darüber schreiben und vor allem Kard. Ottaviani zu Worte kommen lassen, der ein ungewohnt persönliches und dadurch besonders bewegendes Zeugnis zur Sache abgab.

Heute begegneten mir aber in Dom Guérangers unvergleichlichem Liturgischen Jahr einige Zeilen zum Herzen Jesu, der Kirche und dem Verhältnis von Ehemann und Ehefrau. Diesen erbaulichen Abschnitt, der vielleicht die Lehre von der Beziehung Christus-Kirche sowie Mann und Frau in nuce zusammenfasst, möchte ich euch nicht vorenthalten:
»Christus aber, der nun in Besitz derjenigen ist, die sein Herz verwundet hat, gibt ihr, im Gegenzug, volle Gewalt über sein heiliges Herz, aus dem sie kam. Hier liegt das Geheimnis aller Gewalt der Kirche. In der Beziehung, die zwischen Ehemann und Ehefrau besteht, die durch Gott zu Beginn der Welt geschaffen wurde und (wie der Apostel uns versichert) in Hinblick auf das große Mysterium von Christus und der Kirche - der Mann ist das Haupt, und die Frau soll nicht herrschen in der Leitung der Familie. Hat die Frau also gar keine Gewalt? Sie hat Gewalt, und zwar eine große Gewalt,- sie muss sich an das Herz ihres Mannes wenden, und alles durch Liebe gewinnen.
Wenn Adam, unserer Urvater, gesündigt hat, so geschah das, weil Eva ihren Einfluss nutzte, und zwar zum Üblen, den sie auf sein Herz hatte, indem sie ihn irreleitete und uns in ihm;- Jesus rettet uns, da die Kirche sein Herz gewonnen hat; und das menschliche Herz konnte nicht gewonnen werden, ohne dass die Gottheit auch zur Barmherzigkeit bewegt wurde. So haben wir hier die Lehre von der Andacht zum heiligen Herzen Jesu, insofern es das Prinzip betrifft, auf dem sie ruht. In ihrem ersten und wesentlichen Aspekt ist diese Andacht so alt wie die Kirche selbst, denn sie ruht auf der Wahrheit, die durch alle Zeiten hin anerkannt war,- dass Christus der Bräutigam ist, und die Kirche seine Braut.«  

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