Montag, 30. Mai 2016

Contra-Revolução! Der etwas andere Konzilsvorschlag (iv) - Das trojanische Pferd und das geringere Übel


III.Die Strategie des trojanischen Pferdes
A. Die Lehre vom geringeren Übel
Unter den vielen Gestalten, in denen die Revolution schleichend in die Feste der Kirche dringt, ragt die Taktik des »geringeren Übels« hervor. Sie ist im diesem Kampfe das, was das berühmten Pferd im trojanischen Krieg war. 
Die katholische Doktrin lehrt: Wenn wir ein Übel nicht vermeiden können, dürfen wir ein geringeres Übel erlauben, um ein größeres Übel zu vermeiden, solange wir selbst kein direktes Übel verursachen. 
In der Praxis heißt das oftmals, dass der katholischer Widerstand unter diesem Vorwand aufgegeben wird.
1. Sie meinen, das geringere Übel sei notwendigerweise ein kleines Übel, gegen den ein Kampf nicht gerechtfertigt wäre.
2. Viele Katholiken und selbst Priester meinen, ein Kampf würde der Kirche schaden, als ob die Kirche keine streitende wäre. So erlauben sie das Übel unter dem Anschein der Klugheit, der Liebe und der apostolischen Gewandheit und Flexibilität.
3. Sie denken nicht daran, dass auch ein geringeres Übel immer ein Übel ist, und deswegen versuchen sie nicht, es einzuschränken oder abzuschaffen. Im täglichen Zusammenleben mit dem »geringeren Übel« vergessen sie das größere Gut, das diesem Übel entgegensteht, und aus dem Gebrauch der »Hypothese« vergessen sie die »These«. Und am Ende lieben sie das Übel selbst, als wäre es etwas Normales, und verabscheuen das Gute: z.B. bei der Trennung der Kirche vom Staat; der Erlaubnis der Scheidung zwischen Nichtkatholiken, damit sie nicht auch den Katholiken auferlegt werde.
aus dem Brief Geraldo de Proença Sigauds SVD, Bischof von Jacarezinho, an Kardinalstaatssekretär Tardini vom 22. August 1959. Zitiert nach AD I/II/VII, S. 186f.  Hervorhebungen im Original.

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