Donnerstag, 28. April 2016

Esclave de Jésus en Marie

»Der selige Grignon nennt in seinem Goldenen Buch die Verehrer der Gottesmutter, die sich in vollkommener Hingabe Maria unterwerfen: ›Sklaven Mariens‹, und zwar ›Liebessklaven‹. (...) Bei diesem Ausdruck ›Sklaven‹ schwebte dem Seligen die biblische und heidnische Auffassung der Sklaven vor Augen. Zur Bekräftigung seiner Ansicht weist er auch auf die Auffassung des Römischen Katechismus hin, der ohne jede Zweideutigkeit die Christen ›mancipia Christi‹, d. h. Sklaven Christi nennt.
›Man hat hauptsächlich in deutschen Landen diese Formulierung stark angegriffen. Warum? Das ist eigentlich unverständlich. Hyperdulia, zu deutsch gewöhnlich mit Hochverehrung übersetzt, ist der von den Theologen geprägte Ausdruck für die der Mutter Gottes schuldige Verehrung. Er kommt aus dem Griechischen und ist eine Steigerung des Wortes dulia, was Dienst, Knechtschaft, eigentlich schon Sklavendienst bedeutet. Hyperdulia geht also noch weit über den gewöhnlichen Dienst hinaus, ist eine noch unterwürfigere Haltung, als sie der Sklave dem Herrn gegenüber hat. Es ist also eigentlich erstaunlich, warum man sich gegen das Wort Sklave Mariens, wie es der selige Ludwig Grignon von Montfort geprägt hat, speziell in deutschen Landen so gewehrt hat. Sagt Hyperdulia nicht eigentlich noch mehr? Und dies ist der offizielle kirchliche Name für den Mariendienst.‹ (Dillersberger, Stimme deines Grußes). 
Der selige Grignon dachte darüber sehr vernünftig. Er schreibt: ›Warum verweile ich solange bei der Begründung einer so selbstverständlichen Sache? Wenn sich jemand nicht Sklave Mariens nennen will, was verschlägt es. Er mache sich zum Sklaven Jesu Christi, dann ist er ohne weiteres Sklave Mariens, da Jesus die Frucht und der Ruhm Mariens ist.‹
Es kommt also gar nicht auf das Wort an, sondern auf die Tat der Hingabe. Es bleibt sich ganz gleich, ob man sich nun ›Sklave Mariens‹ oder ›Kind Mariens‹ nennt, wenn man nur die Hingabe in vollem und restlosem Umfange durchführt! Um keinen Preis eine müßige Streitfrage, sondern die Tat einer vollkommenen Liebe der Hingabe!«
P.M. Joseph Weber, CSSp: Das Geheimnis des Ave Maria. Dülmen/Westfalen 1939, S. 318f,  

Kommentare:

  1. ...nunquam peribit! Hl. Ludwig-Maria, bitte für uns!

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    1. Non solum Tibernaut, sed etiam nauticus pelagi inexhausti divinarum, secretarumque largitionum, ac munerum ... aber mehr davon in gut einem Monat! ;-)

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  2. Sich der Liebe unterwerfen; Diener, ja Sklave der Liebe sein; alles für die Liebe -den/die Geliebte/n- tun... sogar denken. Sklave in diesem Sinne ist kein armseliger, geknechteter Untertan, sondern eine freie und größte Entscheidung des Menschen. - AD SUM.

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