Sonntag, 13. Dezember 2015

Die Kollekten des Advent und ihre Übersetzungen - 3. Sonntag

Die feine Bloggerart ist es wohl nicht, statt Neues zu bieten nur Altes hervorzukramen ... da die Zeit aber flieht, möge man es mir nachsehen. Hier geht es zum Beitrag aus dem vergangenen Jahr.

Schott:
Wir bitten Dich, o Herr: schenke unsern Bitten Gehör und mache hell die Finsternisse unsres Geistes durch die Gnade Deines Kommens.
Bomm:
Neige Dein Ohr unseren Gebeten, so bitten wir, Herr, und erleuchte die Finsternisse unseres Geistes durch die Gnade Deiner Einkehr bei uns.
1965er Meßbuch:
Neige, Herr Jesus Christus, unserem Flehen dein Ohr; mit deiner Gnade suche uns heim und mache licht die Finsternis unseres Herzens.
Schenk:
Wir bitten Dich, Herr: Neige unseren Bitten Dein Ohr und erhelle die Finsternis unseres Geistes durch Deine gnadenvolle Einkehr!
Stephan:
Neige, o Herr, wir bitten dich, dein Ohr zum Auffangen unserer Bitten und bringe in die Finsternis, in der unser Geist sich befindet, Licht durch deinen gnädigen Besuch.
Ramm:
Dein Ohr, so bitten wir, Herr, neige zu unseren Bitten, und die Finsternis des Geistes erleuchte durch die Gnade Deiner Heimsuchung.
1975er Meßbuch:
Die Kollekte wurde aus dem Meßbuch gestrichen.*

*Eine sehr ähnliche, wenngleich nicht mehr an Christus gerichtete Kollekte findet sich aber am Montag nach dem Gaudete-Sonntag: Gütiger Gott, neige dein Ohr und erhöre unsere Bitten. Erleuchte die Finsternis unseres Herzens durch die Ankunft deines Sohnes. (1975er Meßbuch)
Die Übersetzer geben den Text wie gewöhnlich nur verstümmelt wieder. Wortgetreu übertragen hieße es: Neige, o Herr, wir bitten Dich, die Ohren Deiner Milde unserem Rufen zu, und unseres Herzens Finsternisse erleuchte durch die Gnade Deines bei uns einkehrenden Sohnes. 

Kommentare:

  1. Ach ja.. der alles sagende letzte Satz.

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    1. Freilich kann man sagen, die zugrundeliegende Idee sei gerade nicht gestrichen worden, wie man an der Oration vom Montag sieht ... de facto bedeutete das aber doch zumindest eine erhebliche Abwertung.

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  2. Immerhin machst Du noch was aus dem 1975er Messbuch ;-)

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  3. Prête ton oreille, Seigneur, à nos prières, et éclaire les ténèbres de notre esprit par la grâce de ta visite. Haben sie gar nicht so schlecht gemacht, finde ich :)

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    1. Auch die neue englische Übersetzung macht das ganz fein: Incline a merciful ear to our cry, we pray, O Lord, and, casting light on the darkness of our hearts, visit us with the grace of your Son.

      Usquequo, Domine, bis unseres kommt? :)

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  4. Mir gefallen die Übertragungen im „Ramm“ noch am besten. Das „Volksmissale“ ist wirklich ein gutes Buch.

    Vielleicht solltest Du jeweils auch das lat. Original in den neuen Blogbeiträgen mit einstellen:
    Aurem tuam, quæsumus, Domine, precibus nostris accommoda: et mentis nostræ tenebras, gratia tuæ visitationis illustra: Qui vivis…

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    1. Dachte ich auch schon dran, danke für den Vorschlag, werde ich beherzigen.
      Ich muss aber gestehen, dass mir die Übersetzung für ein Volksmissale zu latinisierend sind. Fast das Gegenteil davon macht Erzpriester Stephan, der im Grunde schon den Interpretationsschlüssel mitliefert.

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