Dienstag, 10. November 2015

Diabolus, Dr. theol. - Die Zweite

Eine kleine Reminiszenz an einen alten Summenkommentar


Gewöhnlich geht meinereiner öfters beladen mit einem Sack voll Ärgernissen - nach vollbrachten Tag in academia - gen heimwärts, als selig beflügelt von der Wissenschaft von Gott und den göttlichen Dingen. Dieser Tage war das aber ausnahmsweise mal anders, nämlich wurde mir in der Behandlung von Ia q. 63 a. 3 c. * in des hl. Thomas STh etwas offenbart. Und zwar etwas, was ich irgendwo schon ahnte, ja, gerade in dieser Sache sah ich das Grundübel allen neuzeitlichen Theologierens ... auch auf dieser Seite deutete ich es schon öfters an, noch öfter schwieg ich stille, um niemanden mit meinen Privatanliegen zu ermüden. Nun wurde es mir aber besonders eindrücklich bestätigt, und es sagt viel über Herkunft, Wirkung und Ziel der Sache aus, die mir so zuwider ist:

Der Satan war der erste seiner Art, der Ur-Pelagianer. Derjenige, der als allererster die Gnade des Höchsten verschmähte und Kraft eigenen Vermögens das rauben wollte, was nur geschenkt werden kann: die Seligkeit.


Bild aus Franz Diekamp: Katholische Dogmatik nach den Grundsätzen des heiligen Thomas. Zweiter Band. Münster: Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung 1952, S. 75. Der Autor wäre vergangenen Sonntag 151 Jahre alt geworden, Kollege Andreas gedachte seiner dankenswerterweise im letzten Jahre. Ein eigener Artikel wurde anno 2015 leider nicht mehr rechtzeitig fertig. Doch verzaget nicht, in Bälde steht ein runder Heimgangstag eines weiteren bedeutsamen deutschen Dogmatikers und Fundamentaltheologen an, der gerade auf hiesigem Blog nicht unerwähnt bleiben soll. 
*zu Deutsch in der Bibliothek der Kirchenväter

Kommentare:

  1. Ah, das hast Du so aber noch mal ganz nett umformuliert... Das macht den Inhalt leider nicht besser ... Und es bleibt immernoch so viel ungesagtes dazu...

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  2. Das ist mir jetzt wieder mal etwas zuviel Orakel von Delphi ... wo also drückt der Schuh?

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    1. Nun, um mehr oder minder mit Plutarch zu sagen ... "Dieser Schuh ist weder hübsch anzusehen noch neu, und jeder weiß, wo er mich drückt". ;-) Man dürfte sich jedenfalls vorstellen können, dass der Verbleib an einer teutschen Universität für einen vorgestrigen Betontradi nicht das Einfachste ist ...

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