Montag, 26. Oktober 2015

Nichts so Christkönigliches (oder doch?)

Ehedem ließ sich der Denzingerkatholik aus der wohlverdienten, oder sagen wir lieber wohlgenossenen Ruhe, zum Brandeinsatz herauspiepsen. Dieser Tage geht es da weniger aufregend und adrenalingeladen zu, aber trotzdem dachte ich mir, so ein (Alte-)Messe(-Molch)-Ministrier-Melder täte durchaus Not.* Ich wurde nämlich gestern Nachmittag-Abend noch kurzfristig zum Ministranteneinsatz in Maria Vesperbild verpflichtet. 
Wie der Großbrand des Feuerwehrmanns klammheimliche Freude ist, so freut sich der Messdiener natürlich darüber, zu solch hehrem Ort berufen zu werden. Noch dazu, wo ich - Asche auf mein Haupt - nach einem guten Jahr in Augsburg immer noch nicht in Maria Vesperbild war. Zu meiner Verteidigung kann ich nur vorbringen, dass ich mich schon Jahre vor Laudato Si meines PKWs entledigt habe und auf den ÖPNV angewiesen bin ... und da ist das immer so eine Sache.

Wie dem nun auch sei, ich fand am Vesperbild doch etwas sehr Königliches. Christköniglich, wohlgemerkt. Gerade in dieser unsrigen Zeit. Es möge sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen. Der da möchte.


*»Düddellütt, düddellüt, piep piep piep piep piep! Hier Leitstelle Landsberg, hier Leitstelle Landsberg mit Alarm für die Ministranten St. Margareth. Dialogmesse in Maria Vesperbild. Ein Amt in Gefahr. Ende der Durchsage

Kommentare:

  1. Zuweilen gibt es Sonntage, da würde ich mir in Basel auch einen Ministranten-Notruf wünschen ... gestern wurden mit knapper Müh und Not drei zusammengetrommelt, derweil auch die Schola an Auszehrung litt, weil die Christkönigsjugend ihr Jahresfez veranstaltete (warum muss sowas eigentlich, Name hin oder her, unbedingt an einem Hochfest stattfinden?) ...

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    1. Alternativ könnte man auch über eine Namensänderung nachdenken. Königin-Chlothilde-Jugend oder so. Dann fiele auch das Fest nur alle Jubeljahr mal auf einen Sonntag, und erst recht nicht auf ein Hochfest. ;-)

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  2. Was ist "Dialogmesse"? Um 17:30 zelebriert So. Kpl. Senge ein (Hoch?)Amt um 19:30 ist das übliche Zeug wieder dran.

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    1. Das, wo das Volk in den Kirchenraum hineinquatscht bzw. Kyrie, Gloria und Agnus Dei vor sich hin nuschelt. Aber Du hast recht, gestern wurde da was gesungen, mir wurde allerdings mitgeteilt, dass es sonst nur Dialogmesse gäbe. Zur Feier des Tages mochte Hw. Senge es etwas ... feierlicher haben, weswegen der gewöhnliche Ministrant die Orgel traktieren musste.

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    2. Vielleicht habe ich aber auch was falsch verstanden. Wie hoch das Amt gewöhnlich ist, kann ich (noch) nicht sagen, aber vermutlich bin ich von nun an hin und wieder mal da.

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  3. Bei diesem "Messeendirect" gab es gar keine Ministranten... Allerdings bin ich mir gar nicht sicher ob das gestern auch das >Christkönigsfest< war, das man dort anschauen konnte... Es war wohl kein Hochamt, sondern schon eher still...

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    1. Super, alle Ministranten waren gestern saufen, nur ich war wieder nicht eingeladen?!
      Was es heute alles für Mischmaschmessen gibt, da blickt keiner mehr durch ...

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    2. Einer ist immer der Idiot, der fahren muss. ;-)

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  4. 'Jahresfez' :D
    Soll ich die Kiste aufmachen, dass Frauen ja nicht ministrieren dürfen...? ;)

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    1. Ich glaube, ich muss nochmal in den Rubriken nachschauen, ob Frauen überhaupt - zumindest in diesem Ritus - kommentieren dürfen ... ;))

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    2. Ich habe noch nie verstanden, warum die Mädels dauernd in Hosen rumlaufen, aber sich dann plötzlich einen Rock überwerfen wollen ...

      Aber abgesehen davon: Das hätte ggf. die Schola weiter dezimiert, das ist nämlich auch das reinste Weiberregiment - zuweilen muss der Organist da kräftig dagegen "tasten" ... ;-)

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  5. :D
    Ich lasse sie lieber zu, ich finde das völlig in Ordnung, wollte nur mal sehen, ob hier eine theologisch fundierte Argumentation erfolgen wird. Was soll ich sagen...;)

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    1. Du hast es hier mit dem geballten theologischen Sachverstand der Alte-Messe-Molche zu tun bekommen! ;)
      Ansonsten bietet einen kleinen Überblick die wie immer ganz hervorragenden Una Voce Position Papers: http://www.lms.org.uk/resources/fiuv-position-papers/pp1-altar-servers

      (Peter Kwasniewski hatte auch etwas sehr interessantes dazu geschrieben, komischerweise ist das nicht mehr, jedenfalls so einfach, im Internet zu finden).

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    2. Das habe ich gemerkt :D
      Im Text begegnet schon mehr Fundamentales. Im Wesentlichen werden zwei Gründe genannt: Der pastorale Grund, dass der Dienst am Altar eine priesterliche Berufung fördern kann, die sich möglicherweise unter der Präsenz von Frauen schlechter entfaltet, sowie der theologische Grund der Komplementarität der Geschlechter, in der die Frau die Kirche und der Mann Christus repräsentiert. Letzteres muss man damit zusammen denken, dass „[…] properly understood, lay servers are substituting for the traditional minor order of acolyte: they are symbolically, and often causally, closely connected with the clerical state“ – dieser Stand aber steht aufgrund der oben genannten Verschiedenheit nur Männern offen und damit auch ein Dienst, der damit in enger Verbindung steht.
      Die einzige Frage, die ich mir stelle, ist, ob das – wenn man es zu Ende denkt – nicht auch Konsequenzen für Männer hat, die weder einem geistlichen Stand angehören noch offen für diese Möglichkeit sind?! Die Ehe gilt als Weihehindernis – oder ist das in diesem Moment weniger wichtig als die Tatsache, überhaupt Mann zu sein und so zumindest potentiell diesem Stand angehören zu können?

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    3. Ich weiß nicht, ob man das notwendigerweise so weit denken muss. Aber es gibt ja keine grundsätzliche Inkompatibilität zwischen den beiden Sakramenten, drum ist die Ehe ja auch nur impedimentum simplex (Can. 1042 CIC/83; Can. 987 CIC/17). Es besteht also dennoch eine gewisse, ich nenne es mal potentia oboedientialis, oder schlichter gesagt, die Gültigkeitsbedingungen bleiben erfüllt - der getaufte Mann steht also dem Altardienst, so anstößig es klingen mag, in bestimmter Weise näher als die Frau.
      (Und für mich persönlich macht das "Vorenthalten" der Frauenpriesterweihe auch nur unter diesen Aspekten Sinn. Wenn frau ansonsten alles tun kann, dann frage ich mich doch, ob sie nicht auch noch das Sprüchlein über Brot und Wein aufsagen kann, die einzige Sache, wofür man doch bis dato irgendwie noch einen Mann braucht ... )

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    4. Alles klar, in diese Richtung dachte ich auch, was meine zuletzt gestellte Frage anzudeuten vermochte. Eine gute Nachricht! Manchmal habe ich nämlich das Gefühl, der verheiratete Mann steht in der Kirche heute sehr schlecht da, zumindest insofern, als dass sein Platz nicht recht geklärt ist. Außerdem gäbe es ansonsten noch weniger Ministranten ;)

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    5. Hier spiegelt sich das Eheleben, das ist eben in der Kirche wie zu Hause. Der Mann kriegt von ihr die Leviten (vor-)gelesen, darf das Geld abgeben ... aber kriegt vielleicht immerhin noch sein täglich Brot vorgesetzt. ;))

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    6. Du hast aber ein schlechtes Bild von der Ehe :)

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    7. Das liegt vermutlich daran, dass ich zu viele Eheleute kenne. ;)

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    8. Will heißen: Ich stelle mir das nicht so vor, aber ich kriege es allweil so gesagt ... etwas ernüchternd, wenn man so an jeder Ecke seine romantisierenden Vorstellungen geraubt bekommt.

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