Sonntag, 18. Oktober 2015

Liturgiesplitter (Ist denn mein Fleisch von Erz?)


Es war ein Mann im Lande Hus mit Namen Job, schlicht und recht und gottesfürchtig (Job i, 1): Ihn verlange Satan zu versuchen; und es ward ihm vom Herrn Gewalt gegeben über sein Vermögen (Job i, 12) und seinen Leib (Job ii, 5-6). Da überlieferte er all seine Habe und seine Kinder dem Verderben (Job i, 13-19), und seinen Leib machte er wund von schwerem Aussatz (Job ii, 7)
V/. I. O würden gewogen meine Sünden, o würden gewogen meine Sünden, womit ich den Zorn verdient, womit ich den Zorn verdient, und das Elend, und das Elend, und das Elend, das ich leide, so würde es schwerer erscheinen (Job vi, 2. 3a).  Es war ein Mann ...
V/. II. Aber wo ist, aber wo ist meine Kraft, dass ich ausharre? Oder was mein Ende, dass ich mich gedulde? Oder was mein Ende, dass ich mich gedulde? Oder was mein Ende, dass ich mich gedulde? (Job vi, 11) Es war ein Mann ...
V/. III. Ist denn Felsenkraft meine Kraft? Oder mein Fleisch von Erz? Oder mein Fleisch von Erz? (Job vi, 12) Es war ein Mann ...
V/. IV. Denn, denn, denn meine Augen werden nie wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen, wieder Gutes schauen. (Job vii, 7b) Es war ein Mann ...

Da ich aus Gründen nicht dazu komme, das Material von meiner Werkbank angemessen zu verwursten  in einen erbaulichen Rahmen einzuarbeiten, gibt es heute nur das un- rsp. teilbehandelte Rohmaterial. Zweimal Gregorianisch, einmal das ursprüngliche bzw. vollständige Offertoriumslied vom XXI. Sonntag aus dem Antiphonar (oben, hier unbedingt reinhören!), und unten zum Fest des hl. Evangelisten Lukas eine Präfation aus dem Sakramentar - das auch so zufällig, nicht versehentlich, sondern vorsehentlich ... so gut zum Sonntags-Messformular passt:
Vere dignum et iustum est, aequum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere, Domine sancte, Pater omnipotens, aeterne Deus; et te in tuorum sanctorum meritis gloriosis collaudare, benedicere et praedicare, qui eos dimicantes contra antiqui serpentis machinamenta, et proprii corporis blandimenta, inexpugnabili virtute, Rex gloriae, roborasti. Ex quibus beatus Lucas evangelista tuus, assumpto scuto fidei, et galea salutis, et gladio Spiritus sancti, et viriliter contra vitiorum incentiva pugnavit, et evangelicae nobis dulcedinis fluenta manavit. Unde petimus immensam, Domine, pietatem tuam, ut qui eum tot meritorum donasti praerogativis, nos eius et informes exemplis, et adiuves meritis. Per Christum.

Kommentare:

  1. Sonst lieferst Du doch (meistens) die deutsche Übersetzung mit?

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    1. Da bin ich ja geneigt zu denken, dass dies einem exklusiven, inneren Kreis vorbehalten ist ;-)

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  2. Früher war alles besser... :-)

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    1. Der Satz wird Tat für Tag wahrer ... :-)

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    2. Ja nun.. er ist ja auch sehr allgemein gehalten... ;-) Aber eigentlich meinte ich die Präfation.

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    3. Früher gab es nur bessere, das heißt schönere Präfationen. Im Metakontext gesprochen, möchte ich fast meinen, dass die Liebe dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte. ;-) Kann eine kalte Welt brennende Präfationen, einen kunstvollen cursus samt klassischer concinnitas kreieren; wem alles grau ist, kann der kontrastierende Konzepte iuxtapositieren, so ohne Position ... etc. pp.
      Habe ich schon erwähnt, dass ich die alten Präfationen liebe? :-) Aber auch die liturgische Poesie und Prosa des mittleren Zeitalters hat ihre lieblichen Reize, vielleicht fehlt das spätantike Repertoire, sie kennt vielleicht nicht ausgeklügelte akademische Kunstfertigkeit ... aber dafür Christus!

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    4. die Liebe, so glaube ich, spielt immer eine Rolle. Es fragt sich nur, an wen sie sich richtet...Je mehr Liebe zu Gott, umso mehr Vielfalt in jeglicher Hinsicht und umso mehr beständiges Feuer! Je mehr der Mensch den Menschen liebt, umso bequemer wird er.... und damit sicherlich auch kontrastärmer. Und ein Feuer ohne Nahrung brennt nicht lange...

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