Sonntag, 16. August 2015

Ein untridentinischer Heiliger


Wo wir gerade schon mal bei getilgten oder ausgedünnten Heiligenfesten sind ... dem hl. Joachim spielte man auch übel mit, kaum fand er offiziell Eingang in den römischen Kalender, schon wurde er wieder daraus entfernt. Und zwar von keinem Geringeren als dem hl. Papst Pius V. Im ersten tridentinischen Messbuch findet man seinen Namen nicht. Um so mehr aber wollen wir ihn als mächtigen Fürsprecher anrufen ... und bitten, dass seine verbannten himmlischen Gefährten ebenso glorreich zurückkehren mögen. Damit wir dabei womöglich auch einen zeitlichen Maßstab haben: Der heilige Ahnherr Jesu brauchte seinerseits dafür fast einhundert Jahre.

O Joachim, Vater des erhabenen Mädchens,
das in Reinheit den eingeschlossenen Gott gebar,
Stell vor Gott unsre Klagen 
und keuschen Verlangen 

Du weißt, von welch wütenden Wogen wir getrieben werden,
wen das grausame Weltenmeer erschöpft:
Du weißt, welche Kämpfe der Satan
und das Fleisch uns bereitet.

Jetzt, da Du vereint bist mit den heiligen Truppen droben,
ja vielmehr, ihnen vorstehst, vermagst alles, wenn Du willst:
Denn mit Recht kann weder Dein Enkelsohn Jesus, noch Deine Tochter
Dir etwas verweigern.

Erlang für uns durch Dein Gebet, 
dass die selige Gottheit uns Nachlass und Frieden schenke:
Und dass wir mit Dir vereint
Ihr süße Hymnen erschallen lassen. 
Amen.

(aus dem altrömischen Brevier)

Bild: Muttergotteskapelle, Hoher Dom zu Augsburg
Und der Hymnus im Original:

O Pater summae, Joachim, puellae
Quae Deum clauso genuit pudore, 
Promove nostras Domino querelas, 
Castaque vota. 

Scis quot hic saevis agitemur undis, 
Triste quos mundi mare defatigat : 
Scis quot adnectat Sathanas carove 
Praelia nobis. 

Jam sacris junctus superum catervis, 
Imo praecedens, potes omne, si vis : 
Nil nepos Jesus merito negabit, 
Nil tibi nata. 

Fac tuo nobis veniam precatu 
Donet et pacem Deitas beata: 
Ut simul juncti resonemus illi 
Dulciter hymnos. 
Amen. 


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