Mittwoch, 5. August 2015

Die sexuelle Ordnung und das andere Konzil (3): Rechte, Pflichten und Tugenden der Ehe

Heribert Schauf, inzwischen vielleicht durch die Arbeiten Alexandra von Teuffenbachs wieder etwas bekannter, wies 1978 im Rückblick auf die Promulgation von Humanae vitae auf das theologische Gewicht des hier auszugsweise zitierten Schemas der theologischen Kommission hin - im krassen Gegensatz zur Bedeutung der Meinung jener Kommission, von der sich der hl. Vater vor der Veröffentlichung der Enzyklika hat beraten lassen. Grund dafür ist letztlich nichts anderes als der Rückgriff auf das beständige Lehramt der Kirche. Leider kann ich das hier aus Platz- und Zeitgründen wenig deutlich machen, denn der Fußnotenapparat zu den einzelnen Kapiteln umfasst häufig mehrere Seiten.
»Die Heilige Synode muss sogenannte Ehen 'auf Zeit', 'auf Probe' oder 'freundschaftliche' Ehen scharf verurteilen. Sie weist auch jene Anleitungen als des Menschen und mehr noch des Christen unwürdig zurück, mit denen durch verschiedene Kunstgriffen ein echter Hedonismus in der geweihten und heiligen Ehe gefördert wird. Sie verwirft ebenso die Theorien, nach der die Verletzung der ehelichen Treue den Eheleuten grundsätzlich erlaubt sei, oder wenn die gegenseitige Liebe des Paares abgenommen habe, oder wenn der Sexualtrieb nicht mehr in den Grenzen des monogamen Ehebandes gewahrt werden könne. Es ist ebenso falsch zu behaupten, dass sich die bürgerliche Autorität selbst keiner Gewalt erfreut, Ehebrecher zu strafen, und zwar mit einer gleichen Strafe sowohl für Männer als auch für Frauen. Sie tadelt auch jene, die sagen, und tatsächlich unter dem Vorwand des Wohles der Kirche, dass Mischehen im Allgemeinen und an sich gefördert anstatt viel mehr toleriert werden sollten. Im Irrtum ist auch der Satz, der behauptet, eine Ehe könne allein aufgrund eines Scheiterns der Liebe für ungültig oder aufgelöst erklärt werden. Letztlich muss die Heilige Synode die sogenannte 'freie Liebe' aufs Schärfste verurteilen, durch die, unter dem falschen Vorwand, eine neue Brüderlichkeit und Gemeinschaft zu errichten, gegen die göttliche Ordnung gesündigt, und nicht nur der Ehe, sondern auch der Familie und Gesellschaft eine tödliche Wunde zugefügt wird.«   
Schema der Theologischen Kommission: Von der Keuschheit, der Jungfräulichkeit, der Ehe und der Familie. II. Teil: Die Ehe und Familie. 2. Kap.: Die Rechte, Pflichten und Tugenden, die der christlichen Ehe zu eigen sind. 
AD II/III 1. Typis Polyglottis Vaticanis 1969, S. 117f. Ohne Fußnoten.

Schaufs Artikel in der entsprechenden Ausgabe von Theologisches kann hier nachgelesen werden (S. 2776ff bzw. S. 4f im PDF).

Kommentare:

  1. Keine Kommentare bei 3/3 Beiträgen zur Sexualmoral...Da könnte man jetzt eine Statistik aufstellen ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und jetzt hast Du dazu auch noch ein Paradoxon beigegeben ... ;-)

      Löschen