Dienstag, 4. August 2015

Die sexuelle Ordnung und das andere Konzil (2): Die göttliche Einrichtung der Ehe

»Die Heilige Synode weiß, wie sehr das Heil des Mystischen Leibes Christi von der rechten Anerkennung der göttlichen Ordnung in Bezug auf die Ehe abhängt. Um sie zu verteidigen, ist es ihre erste Pflicht, all die radikalen Irrtümer derjenigen zu verurteilen, die behaupten, dass die Ehre ihrem Ursprung und ihrer Einrichtung nach ein lediglich soziales Phänomen in andauernder Entwicklung wäre, und dass sie nicht von Gott und von Christus kommt und in der neuen Heilsökonomie nicht der Gewalt der Kirche unterliegen würde. Gleichsam verurteilt sie diejenigen Irrtümer, die daran festhalten, dass die Ehe von Christen entweder kein Sakrament sei, oder dass das Sakrament selbst etwas Beigefügtes und vom Vertrag selbst trennbar sei. Sie weist auch die Ansicht derjenigen zurück, die sagen, dass der Gebrauch der Ehe das bestimmte Mittel für das Erlangen der Vollkommenheit sei, durch die der Mensch wahrhaft und eigentlich ein Abbild Gottes und der Allerheiligsten Dreifaltigkeit würde. Auch verdammt sie jene Meinung, die hält, dass der Ehestand an sich in der objektiven Ordnung besser sei als der Stand der Jungfräulichkeit oder das Eingehen des Zölibates des Gottesreiches wegen, oder auch, dass das Band des heiligen Zölibates ohne Wert, ja, dass er heute unmöglich sei und die Befugnisse der Kirche überschreite und gemäß dem Willen des Einzelnen gelockert werden müsste. Sie missbilligt aufs Strengste die Irrtümer und Theorien, durch die die unabänderliche göttliche Ordnung in Bezug auf die Eigenschaften und Zwecke der Ehe verleugnet werden. Und sie widerlegt namentlich als höchste Verleumdung jene Behauptung, die Unauflöslichkeit der Ehe stamme nicht von Gott, sondern sei eine grausame Erfindung der Kirche, die nicht weniger grausam beibehalten würde. Letztlich weist sie die Theorien zurück, durch die, in einer Verkehrung der rechten Werteordnung, der primäre Ehezweck weniger geschätzt wird als biologische und persönliche Werte; und die eheliche Liebe, in der objektiven Ordnung, selbst zum ersten Zweck ausgerufen wird.«
Schema der Theologischen Kommission: Von der Keuschheit, der Jungfräulichkeit, der Ehe und der Familie. II. Teil: Die Ehe und Famile. 1. Kap.: Die göttlich eingerichtete Ordnung der christlichen Ehe. 
AD II/III 1. Typis Polyglottis Vaticanis 1969, S. 107. Ohne Fußnoten.

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