Mittwoch, 15. Juli 2015

Ein politisch noch viel unkorrekterer Heiliger - inkl. Euro-Zukunftsprognose


Politisch unkorrekte Heilige scheinen gerade Konjunktur zu haben. Zumindest gab es bei der Kollegin drüben einen - man mag es kaum glauben - heidentaufenden Franz Xaver zu sehen. Aber wenn ich ehrlich bin, einen politisch korrekten Heiligen kann ich mir ohnehin nicht vorstellen ... denn ging es in der Politik schon mal 100% korrekt zu?

Jedenfalls begegnete mir in einem erfrischend-volkstümlichen Heiligenbuch heute die Geschichte des hl. Kaisers Heinrich, und die wurde gleich doppelt und dreifach unkorrekt erzählt:
»Überhaupt, du bist in 22 Jahren Deiner Herrschaft kaum aus den Wehrgehänge herausgekommen. Niemand hätte Dir bei Deiner Kränklichkeit zugeraut, daß Du so schlagfertig von Grenze zu Grenze eiltest, buchstäblich 'von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt'. Überall erhoben sich Landfriedenstörer, zumal im Osten, wo Slawen und Wenden ausdehnungslüstig waren. Dein Verdienst ist es, den deutschen Raum vom Eindringen einer halbasiatischen Kultur bewahrt zu haben; mehr noch: Du hast Germanentum und Christentum weiter gen Osten getragen, als je einer vor Dir. + Aber Italien habest Du verscherzt, sagt man. Und das soll ein Mißverdienst sein? Daß Du rechtzeitig erkanntest, wie wenig 'Nord und südliches Gelände' sich auf die Dauer miteinander vertragen würden?«
Albert KrautheimerHeilige Deutschlands. Karlsruhe: Badenia Verlag o.J. (nach 1945), S. 120f.
Bild: ebenda.

Kommentare:

  1. Die (politische) Verträglichkeit von Süd und Nord kann in diesen Tagen wieder herzhaft erwogen werden ... aber was kümmern uns solche Niederungen. Hier gilt's der Kunst!

    Da singt zwar ein anderer Heinrich gegen des Ostens Horden an, passt aber irgendwie trotzdem:
    https://www.youtube.com/watch?v=iJuFonbM9zA

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    1. Kunst? Wie weit mein Kunstgespür reicht - sofern nicht ohnehin bekannt - sollte die Überschrift im neuesten Beitrag eindrucksvoll verkünden. Dennoch, oder gerade wegen, grazie! ;-)

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  2. Auch die politische Verträglichkeit von Ost und West (in Europa) darf derzeit angezweifelt werden. ;-) Vielleicht kommt man, wenn man mit Jesus lebt, zwangsläufig an einen Punkt, wo man sich mit der herrschenden politischen Ansichten mindestens reibt.
    Anderes Beispiel: hl. Thomas Morus.

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    1. Da hast Du sicher Recht. Es sei denn, der Herrscher selbst ist der, der mit Jesus lebt - siehe oben. ;-)

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    2. Siehe oben - also der hl. Heinrich oder auch der hl. Ludwig von Frankreich - ist natürlich der Idealfall. Aber wann lief es in der Hinsicht schon mal ideal? ;-)

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