Freitag, 20. Februar 2015

Ephemerides traditionalisticae

1. Wenn man so ein bisschen alles kann, heißt das vor allem auch, dass man gar nichts richtig drauf hat.
2. a) Wenn man zwar nicht den fleischlichen Genüssen gänzlich entsagt hat, sich aber doch - weniger aus Frömmigkeit denn aus Eitelkeit - recht bescheiden ernährt, auch unter dem Jahr auf Süß- und Salzkram und überhaupt auf alles verzichtet, was nicht niedrig im carb und hoch im protein ist, sprich: jegliche Nahrungsmittel vermeidet, die überhaupt noch irgendeinen Geschmack haben ... dann weiß man nicht so recht, zu welcher Mahlzeit man noch sein ieiunium pflegen kann; befürchtend, dass das ganze bodybuilding und -shaping, was man ganz modern und mühselig für ein bisschen Muskulatur betrieben hat, Makulatur wird.
b) Selbst des hl. Alfons Maria Liguori Moraltheologie konnte mich aus dem Dilemma nicht erretten. Das dem am nächsten kommende dubium bezog sich auf die bald heiratende puella: Darob besorgt, dass sie durchs Fasten zur Hochzeit gar unschön deformiert dastehen könnte, stellt sich die Frage, ob sie nicht von von der quadragesimalen Enthaltsamkeit entschuldigt sei. Der hl. Alfons verneint aber und meint, die kirchlichen Fastengebote könnten schwerlich sichtbare Verunstaltungen zur Folge habe.
c) Syllogizo mal ganz ohne logische Stringenz, was wir wahrscheinlich ohnehin schon längst wussten:
Alle Mädchen sind um ihre Figur besorgt.
Aber die heutigen Männer sorgen sich um ihre Figur.
Ergo sind alle heutigen Männer Mädchen. Mich offensichtlich eingeschlossen.
Virilere Gründe für die Fastendispens sind übrigens eher was fürs Spätabendprogramm.
3. Und ausnahmsweise gehe ich mal mit dem regierenden Pontifex konform. Dass das mit der Reform der Reform nichts mehr wird, habe ich nämlich auch schon gesagt. Und was mir so alles zu "psychisch-moralisch unausgeglichenen Seminaristen der Tradition" einfällt, das behalte ich ex causa caritatis lieber für mich ...

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