Dienstag, 6. Mai 2014

Jesus Christus, unser Bruder und Herr - Teil 2

Fortsetzung von hier:
"Kommen wir zu den Unterschieden. Jesus ist Sohn « durch die Natur », Er besitzt notwendigerweise die göttliche Natur, weil sein Wesen und Sein und Wesen und Sein des Vaters ein und dasselbe sind. Wir sind Söhne Gottes « durch Annahme an Kindes Statt »; wir besitzen die göttliche Natur durch eine freie Wirkung der göttlichen Güte, durch eine endliche Teilhabe an der unendlichen Natur und dem unendlichen Sein Gottes.  
Jesus ist Sohn des Vaters durch ewige Zeugung; wir sind Söhne der ganzen Dreifaltigkeit durch Schöpfung und Annahme an Kindes Statt. Es besteht ein unüberschreitbarer Abstand zwischen dem Erstgeborenen, der über der ganzen Schöpfung steht (Kol 1,15) und der Vielheit seiner Brüder; zwischen seiner Brüderlichkeit, die Quelle ist, und unserer Brüderlichkeit, die abgeleitet ist. Das ist der Sinn der Worte, die Jesus am Ostermorgen an Maria von Magdala richtet: « Gehe zu meinen Brüdern und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott » (Jo 20,17).
Jesus ist Erbe durch « Gleichheit » seiner Herrlichkeit mit der Herrlichkeit des Vaters; wir sind seine Miterben durch « Teilhabe » an seinem Los. Wieder liegt ein Abgrund zwischen dem Erben der göttlichen Herrlichkeit durch Anrecht der Natur und dem Erben der göttlichen Herrlichkeit durch Anrecht des Verdienstes, dem Diener, dem mein einst sagen wird: « Wohlan du guter, getreuer Knecht … Geh ein in die Freude deines Herrn » (Mt 15,21)." 
(Charles Journet, S. 29f, Hervorhebung im Original)

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