Montag, 28. April 2014

Über alle Berge

In letzter Zeit wird mir besonders bewusst, wie viele Namen und Gruppenbezeichung sich sehr von dem entfernt, geradezu umgedreht haben, was sie einmal bezeichneten, was sie einmal ausmachte. Die römische Schule kämpft gegen ökumenische Konzilien und die päpstliche Unfehlbarkeit. Liturgiker erklären uns, warum die Liturgie des Papstes nicht das Vorbild für den römischen Ritus ist. Sogar Benediktiner meinen, die aktuelle Messordnung sei unrettbar verloren. Ein Jesuit wettert gegen Kasuistik. Die Summa gibt es nur noch in Japan. Integralisten haben mit dem Papst schon lange nichts mehr am Hut. Und einen ultramontanen Blog gibt es nicht mehr

Das war mal anders. Die römische Schule sah es als ihren ehrenhaftesten Auftrag, die Unfehlbarkeit des Papstes zu verteidigen. Ultramontane kämpften so sehr gegen reaktionäre Gallikanisten, dass sie sogar manchmal auf der liberalen Seite hinten runterfielen. Benediktiner wie Abt Guéranger wollten nichts lieber, als die Liturgie des Papstes feiern. Augustiner kannten die Summa Theologiae auswendig und Dominikaner den Augustinus. Und Pius nannten sich liberale Päpste. (Gut, mit den Jesuiten wie der Kasuistik habe ich es auch nicht so sehr).

Woher die Starrheit im Namen, der Wandel im Tun? Vielleicht manchmal auch ein Fall für das Gewissen...

Kommentare:

  1. Ob der Novus Ordo zu reformieren sei? Theoretisch gewiß, faktisch wird man etwa der Heerschar deutschsprachiger Priester, die zwischenzeitlich oft nicht nur liturgisch verwahrlost sind, kaum noch den römischen Ritus nahe bringen können. Daß dem so ist, scheint mir freilich auch eine Folge dieses Ordo zu sein ...

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    1. Ich gehe (immer mehr) d’accord, doch scheint mir die Gefahr zu sein, dass man sich der Behauptung nähert, der Apostolische Stuhl hätte einen schädlichen Ritus promulgiert ... falls eben die benannten Folgen notwendigerweise aus dem Ritus fließen.

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