Mittwoch, 23. April 2014

DK-Nr. 2: Ostern mit dem Denzinger


Die Auferstehung Christi ist Mittelpunkt und Quelle aller christlichen Verkündigung, nicht umsonst sagt der hl. Apostel Paulus: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden […] dann ist euer Glaube sinnlos“ (1 Kor 15, 14). Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Auferstehung als Grundwahrheit in allen alten Glaubenssymbolen wiederfindet. „Glaubst Du an Christus Jesus, den Sohn Gottes, […] der auferstanden ist am dritten Tag lebend von den Toten […] ?“i, fragt das Bekenntnis der Traditio Apostolica aus dem 3. Jahrhundert. Christus hat durch Zeichen und Wunder, seine Worte und Werke, „vor allem aber durch die Auferstehung von den Toten […] die Offenbarung erfüllt und somit bekräftigt, dass Gott wirklich mit uns ist, um uns aus der Finsternis der Sünde und des Todes zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken.“ii

Der Sohn Gottes konnte „aus eigener Kraft“iii auferstehen, er „übernahm den wahren Tod des Fleisches“iv, seine Gottheit aber blieb unversehrt – so war die Auferstehung auch Zeichen seiner göttlichen und menschlichen Natur: nur ein wahrer Mensch konnte sterben, nur ein wahrer Gott konnte aus eigener Kraft auferstehen. Aber auch der verherrlichte Christus hat die menschlich Natur „nicht aufgehoben“v, sondern angenommen und beibehalten, er hat uns dadurch „zu erhabener Würde erhöht.“vi „[E]r ist auferstanden in der wahren Auferstehung des Fleisches und in der wahren Annahme der Seele zum Leib, in ihm (dem Fleisch) ist er, nachdem er gegessen und getrunken hat, in den Himmel hinaufgestiegen...“.vii Seine Auferstehung ist uns Vorbild und gibt uns Sicherheit, dass wir selbst auferstehen dürfen, damit unser Leib „ähnlich werde seinem verklärten Leibe“ (Phil 3, 21). „[D]urch sein Sterben [hat er] unseren Tod vernichtet und durch sein Auferstehen das Leben neu geschaffen.“viii

Das Wunder der Auferstehung Christi kann außerdem aus der Überlieferung sicher abgeleitet werden, die Vernunft kann eine wirkliche und volle Gewissheit für die Glaubwürdigkeit der göttlichen Offenbarung erlangen.ix Die Auferstehung des Erlösers ist kein rein übernatürliches Symbol, sondern eine Tatsache der geschichtlichen Ordnung.x


i DH-Nr. 10
ii DH-Nr. 4024, 2. Vat. Konzil: Dogm. Konst. Dei Verbum
iii DR-Nr. 286, 11. Synode von Toledo
iv ebd.
v DH-Nr. 4322, 2. Vat. Konzil: Dogm. Konst. Gaudium et spes
vi ebd.
vii DH-Nr. 791, Den Waldensern vorgeschriebenes Glaubensbekenntnis
viii DH-Nr. 4005, 2. Vat. Konzil: Dogm. Konst. Sacrosanctum Concilium, aus der Osterpräfation
ix vgl. DH-Nr. 2768, Thesen von Louis-Eugene Bautan auf Geheiß der Hl. Bischofs und Ordenskongegration unterschrieben
x vgl. DH-Nr. 3437, Pius X.: Dekret Lamentabili gegen den Modernismus

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